Lotta Katrina Hinz

Mit 3 Jahren setzte mich mein Großvater aufs Pony und ich wollte nie wieder absteigen - in meiner gesamten Kindheit und dem Jugendalter mit voller Leidenschaft dabei, ohne Sattel quer durch den Wald bis hin zu Erfolgen auf Turnieren in Springen, Dressur und Gelände.

Mein erster großer Lehrmeister war mein damaliger Hannoveranerwallach, den ich mit 18 als „ausgebildetes Dressurpferd“ bekam, um „losreiten“ zu können. Dieses Pferd zeigte mir, dass weit ausgebildet nicht das heißen muss, was man erwartet. "Weit ausgebildet" ohne Gleichgewicht, mit extremer Schiefe, fester Muskulatur. Und all dies nicht mal eben zu korrigieren. Dieses Pferd hat mir nicht nur die Augen geöffnet und meine Sicht und Einstellung zur Pferdewelt nachhaltig verändert. Durch dieses Pferd bin ich losgegangen... auf die Suche nach korrektem Training so wie es im Buche steht. Aber auch dieser Weg war lang und bot viele Umwege.

Auf dem Weg dahin verstehen zu wollen, was in unserer Reiterei vielerorts falsch läuft, wie es eigentlich gedacht ist, wie das, was wir für all unsere Abzeichen gelernt hatten, eigentlich gemeint sein soll - auf diesem Weg befand ich mich. Hinblickend zu anderen Reitweisen, auf der Suche nach feinem Reiten und dem Verstehen von Ausbildung. Durch einen längeren Aufenthalt in Andalusien entdeckte ich meine Liebe zu spanischen Pferden und ihrem Land. Eine lange Zeit ritt ich mit voller Leidenschaft diese wunderbaren Pferde und nahm Unterricht bei Ausbildern spanischen und portugiesischen Ursprungs. Selbst mein Studium brach ich für die Pferde ab. Ich wollte es ganz. Ich ritt, lernte, unterrichtete und bildete mich immer wieder fort. Erst angestellt und dann selbstständig. Als Reitlehrerin und Ausbilderin tätig bin ich seit 2008. Im Jahr 2010 besuchte ich zum ersten Mal einen Vortrag von Dr. Gerd Heuschmann. Zu dieser Zeit habe ich endlich verstanden, dass „FN-Reiten“ nichts schlechtes bedeutet. Dass das, was wir damals für all unsere Abzeichen gelernt haben, nichts falsches ist, sondern sich einfach über viele Jahre immer mehr „verfälscht“ hat und anders umgesetzt wird, weil es oft falsch interpretiert wurde. Meine Suche führte mich schließlich zur H.Dv.12, zum Urprung unserer heutigen Richtlinien und endlich hatte ich einen „Faden". Nun war ich angekommen und möchte weiter verstehen, lernen und weitergeben.

Inzwischen bin ich sehr dankbar über das, was mir Gerd Heuschmann in den Jahren erklärt hat, was mir Bücher wie „Das Gymnasium des Pferdes“ aufgezeigt haben und über all die vielen, vielen Pferde und Reiter mit und von denen ich lernen konnte.

  

Ein knapper das Bild beschreibender Text

Andreas Wiese

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Bettina Seifert

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